Für einen besseren Milchpreis muss die Preisdrückerei beendet werden

Milchbauern aus ganz Europa haben gestern in Brüssel gegen den Verfall des Milchpreises durch den Wegfall der Quote, die das Milchangebot künstlich regulierte, demonstriert. Seit 31 Jahren wurde der Milchmarkt über die sogenannte Quote reguliert, die nun sinkt und obwohl dies bekannt war wurde nichts getan, um die landwirtschaftlichen Betriebe auf diese Situation vorzubereiten. Die Export-Verluste durch das Russland-Embargo sorgen für ein Übriges. Moskau lässt seit gut einem Jahr keine Lebensmittel aus der Europäischen Union und den USA mehr ins Land, eine Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen in der Ukraine-Krise. Russland gehört zu dem wichtigsten Exportmarkt für deutsche Bauern außerhalb der EU.

„Dass der niedrige Milchpreis bei einem Überangebot weiter fällt und viele Betriebe in Existenznot geraten, war zu erwarten und offensichtlich billigend in Kauf genommen. Es ist ein Zeichen von verfehlter Agrarpolitik, wenn die produzierenden Betriebe nicht kostendeckend arbeiten können. Die Förderung einer umweltverträglichen und regionalen Landwirtschaft und des ökologischen Landbaus wurden verschlafen“, kommentiert Ruth Tietz Sprecherin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz der Partei DIE LINKE in Nordrhein-Westfalen.

In Deutschland werden ca. 4,3 Millionen Milchkühe gehalten. Ungefähr 72 % der Milchkühe leben in Laufstallhaltung. Das bedeutet, dass die Kühe in engen Ställen gehalten werden, die oft im gesamten Laufbereich Betonböden aufweisen, die mit Spalten durchsetzt sind, damit sie leichter zu reinigen sind. 27% der Kühe stehen in Anbindehaltung, wo sie zur fast völligen Bewegungslosigkeit verdammt sind. Viele Milchkühe sehen niemals eine grüne Wiese. Tietz kritisiert: „Die Tiere werden nur noch als Produktionsmittel gesehen. Die unwürdige Haltung der Tiere könnte schon lange überwunden sein, wenn die Fördermittel für kleinere Haltungen bei besseren, artgerechten Bedingungen geflossen wären. Das hätte die Quote natürlich und schonend gesenkt. Dies stand aber offensichtlich den Profiten der großen Molkereien im Wege, durch deren Preisdrückerei solche Produktionsmethoden begünstigt werden. Der Weg aus dieser Sackgasse ist nur über eine artgerechte Haltung der Tiere machbar. DIE LINKE NRW fordert die Verantwortlichen auf ihren Worthülsen Taten folgen zu lassen und Mittel für die Bauern frei zu machen, damit diese Entwicklung eingeleitet wird.“

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