Rhein-Sieg Kreis: KfW Millionen nicht ausgeschöpft

Kreishaus in Siegburg / Sitz des Kreistag des Rhein-Sieg Kreis

Kreishaus in Siegburg, Bild (c) by Die Linke Ruppichteroth

„Der Rhein-Sieg Kreis hinkt in der Nutzung von Fördergeldern der KfW zur energetischen Sanierung ziemlich hinterher.“, so Raymund Schoen, Energieberater und sachkundiger Bürger im Kreisumweltausschuss des Rhein-Sieg-Kreis.
„Daran ändert auch die jetzt vollmundig „Energieagentur Rhein-Sieg“ genannte Beratungsstelle für drei Gemeinden (Lohmar, Ruppichteroth und Bornheim) nichts. Noch immer gibt es kein schlüssiges Konzept für die flächendeckende Beratung von Hauseigentümern, Mietern und Klein- und Mittelbetrieben zur Energieeinsparung im Kreis. Nur in Siegburg und Troisdorf gäbe es kontinuierliche Beratungsstellen; alle anderen Kommunen hätten überhaupt kein oder nur befristete Angebote (linksrheinische ILEK-Gemeinden) gehabt, und bei der neuen Stelle sei auch in zwei Jahren wieder Schluss.“, so Schoen weiter.

Im Vergleich zum Kreis Steinfurt wird die Misere offensichtlich: Dort wurden im Jahr 2012 bei nur 430.000 Einwohnern Mittel, für die energetisch hochwertige Sanierung, in Höhe von ca. 77 Millionen Euro abgerufen. Hochgerechnet auf die ca. 600.000 Einwohner des Rhein-Sieg Kreis wären das 108 Millionen Euro. Tatsächlich wurden jedoch nur ca. 49 Millionen Euro beantragt, bzw. bewilligt.

Umfassende, zukunftssichere, energetische Altbaumodernisierungen auf Neubaustandard werden im RSK gerade einmal bei 3 % der KfW-geförderten Gebäuden durchgeführt, im Kreis Steinfurt sind es immerhin mit  6 % doppelt so viel, im Ostallgäu sogar 4 mal soviel mit  14 %. 

Auch im gewerblichen Umweltschutz scheint der Rhein-Sieg-Kreis bei der Nutzung von Fördermittel hinterherzuhinken. Während 2012 (jüngste Statistik) im 30 % kleineren Kreis Steinfurt 72 Mio. EUR von der KfW eingeworben worden seien, waren es im RKS nur 42 Mio. EUR. 

Schoen weiter: „Die Ursache liegt darin, dass sowohl Steinfurt als auch Ober- und Ostallgäu eine flächendeckende professionelle Energieberatung ihrer Energieagenturen für die ganzen Landkreise betreiben, und damit erfolgreicher im Fördermittel-Gewinnen sind.“

„Statt 80 Mio. auf Pump für den Kauf der rhenag zur RWE-Sanierung aufzunehmen, wäre es sinnvoller, eine solche schlagkräftige Energieagentur – zusammen mit Bonn, den lokalen Stadtwerken und Versorgern – aufzubauen“, so Kreistagsabgeordneter Michael Otter. Damit könne durch Energieeinsparung ein wirksamerer Beitrag zu Energiewende geleistet werden als mit dem Kauf eines RWE-abhängigen Strom- und Gasverteilers wie der rhenag.

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