DIE LINKE freut sich für die Rheinbacher über die neue Gesamtschule

Einen herzlichen Glückwunsch nach Rheinbach! Jede neue Gesamtschule ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Abgesehen von allen ideologischen Scharmützeln, die gerade in der Gründungsphase von einer kleinen aber lautstarken Gruppe rückwärtsorientierter Schulnostalgiker angezettelt wurden, ist es ermutigend, dass das gesetzlich garantierte Recht der Eltern, die Schulform für ihre Kinder frei wählen zu können, nun wenigstens in Rheinbach gewährleistet ist. Denn die Tatsache, dass die Alfterer mit ihren zwölf Anmeldungen, der Schule über die Schwelle halfen, ändert nichts daran, dass hier lediglich Abhilfe für eine kleine Minderheit geschaffen wurde. Die Schüler aus Oedekoven, Gielsdorf und Alfter-Ort stehen nach wie vor ohne ein ausreichendes Gesamtschulangebot da. Rheinbach ist von diesen Orten aus nur unter unzumutbaren Bedingungen zu erreichen. Das Angebot in erreichbarer Nachbarschaft ist viel zu gering. Im letzten Jahr wurden fast 50 Prozent der aus Alfter an Gesamtschulen angemeldeten Kinder abgewiesen! Auf die Zahlen in diesem Jahr kann man gespannt sein. Wirkliche Abhilfe schaffte erst eine Gesamtschul-Dependance in Alfter oder eine Kreisgesamtschule.
Dies sieht auch der Kreistagsabgeordnete Michael Otter so: „Vor dem Hintergrund, dass vor zwei Jahren 89 Alfterer Kinder an die gescheiterte Gesamtschule angemeldet werden sollten und nun nur 12 Kinder einen Platz bekommen, ist der Bedarf an Gesamtschulplätzen im Raum Alfter immer noch nicht gedeckt. Für den Kreis ist es wichtig, ein möglichst flächendeckendes Angebot für die Schulkinder vorweisen zu können, insbesondere wenn – wie im Fall Alfter – gar keine weiterführende staatliche Schule vor Ort mehr vorhanden ist.“

Doch auch dieser minimale Fortschritt war nur möglich, weil durch die Elterninitiative „Förderverein Gesamtschule Alfter“ und nicht zuletzt durch die LINKE im Alfterer Rat, seit Jahren immer wieder eine Gesamtschule gefordert wird. Das LINKE Ratsmitglied Peter Eßer aus Alfter-Ort, selbst Mitglied im Vorstand des Fördervereins, hat Grund zur Freude und zum Ärger gleichermaßen: „Es freut mich, dass Kinder aus Alfter-Witterschlick nun endlich eine Alternative haben. Es bleibt zu hoffen, das bald auch die Kinder aus den anderen Ortsteilen bald eine solche Chance bekommen werden. Meine eigenen Kinder profitieren leider nicht von der für sie unerreichbaren Schule.“
Die Anmeldezahlen täuschen immer wieder einen viel geringeren Bedarf vor, als er tatsächlich besteht. Denn die Eltern sollen ihr Kind an einer nicht existierenden Schule anmelden: Sie können niemanden fragen, wie es dort wohl ist. Sie können nicht einmal die Räumlichkeiten wirklich beurteilen. Und schließlich kommt noch die Unsicherheit hinzu, ob es überhaupt zu einer Gründung kommt. So ist es die Regel, dass die Gesamtschulen erst nach dem Jahr ihrer Gründung immer mehr Anmeldungen haben und dann aber meist schnell überfüllt sind.
Die Alfterer Politik, sämtliche weiterführende Schulausbildung in die Nachbarschaft zu delegieren, hat wieder einmal Erfolg gehabt. Ohne einen Cent zu investieren, kann man nun behaupten, auch Gesamtschulplätze garantieren zu können. Der Haken dabei ist lediglich die Notwendigkeit, die Schule zu erreichen. Einen Schulbus gibt es nicht und ist auch nicht geplant. Eine andere Verbindung von Alfter-Ort nach Rheinbach ist nur über eine zeitaufwendige Odyssee möglich. Bedenkt man, dass hier zehnjährige Kinder ohne Begleitung auf eine stundenlange Reise geschickt werden müssen, kann man leicht nachvollziehen, dass die Eltern davon Abstand nehmen.
Es bleibt die Forderung: Alle Kinder sollen die von ihren Eltern gewählte Schulform besuchen können! Auch in Alfter. So will es das Gesetz. Wer etwas anderes will soll es offen sagen. Wahlmöglichkeiten, die lediglich auf dem Papier bestehen, sind grenzwertigem Gesetzesbeugungen!

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