DIE LINKE gedenkt den Opfern von Krieg und Verfolgung

Logo LINKE.Rhein-Sieg großDie Partei DIE LINKE im Rhein-Sieg-Kreis ruft auf, sich an der Kranzniederlegung durch die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) zu beteiligen

Zum Gedenken treffen sich die Teilnehmer am 17.11.2013 um 11:00 Uhr am Eingang des Siegburger Nordfriedhof.

Dr. Alexander Soranto Neu, MdB (DIE LINKE) erklärt dazu:„Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Volkstrauertag von rechten Meinungsträgern okkupiert wird. Es ist schon unerträglich, dass der Widerstand auf den sogenannten „militärischen“ Widerstand verkürzt wird. Besagte Militärs haben jahrelang Karriere unter den Nazis gemacht und in den ersten fünf Jahren des Krieges klaglos gedient. Dagegen wird der demokratische Widerstand von Sozialdemokraten, Gewerkschaftern und Kommunisten sowie der Widerstand der bekennenden Kirche kaum erwähnt. Wer kennt heute noch die Namen Johann ‚Scheng‘ Holler oder Walter Markov, um nur einige zu nennen?

Für DIE LINKE ist es nicht akzeptabel, dass vor allem rechtsextreme Gruppen Kränze für Helden niederlegen.“

Johann Holler, Spitzname „Scheng“, wurde während der NS-Herrschaft in Kölner Polizeigefängnissen und dem Lager Brauweiler inhaftiert, von der Gestapo Köln im EL-DE-Haus verhört, wegen Widerstandes gegen den NS-Staat verurteilt und lange Jahre im Zuchthaus Siegburg eingesperrt. Nach der Befreiung lebte „Scheng“ in Frankfurt, wo er 1990 starb.

Der Journalist Boris Schöppner hat Hollers Aufzeichnungen über die NS-Zeit ausfindig gemacht und einen 90-minütigen Film gedreht, der den Spuren dieses Menschen folgt. Er rekonstruierte das Leben eines Kommunisten, der seinen Überzeugungen trotz Folter und elfjähriger Haft treu blieb.Walter Markov war ebenfalls Kommunist, jugoslawischer Herkunft, gründete 1934 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn eine studentische Widerstandsgruppe. 1935 wurde die Gruppe zerschlagen und die Beteiligten wurden verhaftet. Vom Volksgerichtshof wurde er zu zwölf Jahren Zuchthaus, davon sechs in Einzelhaft, verurteilt. 

Die Verurteilung erfolgte wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens.
Er wurde in Siegburg im Gefängnis inhaftiert. 1945 organisierte er die Selbstbefreiung der politischen Häftlinge. In Bonn gehörte er zu den Mitbegründern der Freien Deutschen Jugend und des AStA der Universität Bonn. Vergeblich versuchte er, sich in Bonn beruflich zu betätigen. Wegen fehlender Aussichten auf eine akademische Laufbahn siedelte er 1946 nach Leipzig über. Nach der Wende 1989/90 engagierte sich Markov für die PDS. Die Zeitschrift Comparativ und die Karl-Lamprecht-Gesellschaft, die unter seiner Mitwirkung gegründet wurden, sehen sich in Markovs Tradition. Die Lamprecht-Gesellschaft verleiht den nach Markov benannten Walter-Markov-Preis für Geschichtswissenschaften. In Bonn ist ein größeres Antiquariat nach Markov benannt. Walter Markov ist der Vater des Politikers Helmuth Markov, der für DIE.LINKE bzw. die PDS im Europaparlament saß, und als Finanzminister in Brandenburg tätig ist.

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