Potentiale des Schienengüterverkehrs in der Region Bonn / Rhein-Sieg: Gutachter empfehlen Ausbau der Infrastruktur

Kreisentwicklungskonzept 2020

Rhein-Sieg-Kreis (hei) –  Durch die Region Bonn/Rhein-Sieg verläuft eine der wichtigsten Hauptverkehrsadern Europas. Waren und Güter werden über die westliche Drehscheibe auf unterschiedlichen Verkehrswegen wie Straße, Schiene, Wasser und Luft oder Pipeline befördert. Derzeit wird der größte Teil der Güter in der Region Bonn/Rhein-Sieg auf der Straße transportiert. Wie könnte mehr Güterverkehr über die Schiene transportiert werden?
Dieser Frage sind Gutachter, im Rahmen des „Kreisentwicklungskonzepts 2020“ nachgegangen. Zur Begleitung der gutachterlichen Arbeit wurde eine Projektgruppe gebildet, der folgende Institutionen angehören: Planungsamt des Rhein-Sieg-Kreises, Wirtschaftsförderung des Rhein-Sieg-Kreises, Bonner Hafenbetriebe GmbH, Stadt Troisdorf, Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg und die RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH.

Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass der Schienengüterverkehr in der Region stark unterrepräsentiert ist. Gleichzeitig legen sie dar, dass ein erhebliches Potential vorhanden ist und empfehlen, dies zu erschließen. Gütertransporte könnten zum Einen über Gleisanschlüsse von Industriebetrieben und zum Anderen durch die Bereitstellung von öffentlichen Umschlaganlagen auf die Schiene verlagert werden.

Die Gutachter sehen für die Gleisanschlussverkehre ein Potential von rund 1 Million Tonnen. Sie empfehlen die Reaktivierung bzw. Einrichtung neuer Gleisanschlüsse im Industriepark Troisdorf und bei der Müllverwertungsanlage Bonn sowie die Sicherung des Industriestammgleises in Meckenheim.

Darüber hinaus könnte durch die Einrichtung einer sogenannten Umschlagsanlage für kombinierten Verkehr (KV-Umschlagsanlage), die verschiedene Verkehrsträger wie Straße, Schiene und Schiff miteinander verbindet, ein Potential von rd. einer halben Million Tonnen erschlossen werden. Somit könnten in der Region Bonn/Rhein-Sieg Teile des bisher in benachbarten Regionen umgeschlagenen kombinierten Verkehrs „zurückgeholt“ und etwa 25 Arbeitsplätze neu geschaffen werden.

Zurzeit entgehen der Region bis zu 2 Millionen Tonnen Güter durch KV-Umschlagsanlagen außerhalb der Region Bonn/Rhein-Sieg. Damit findet ein erheblicher Abfluss an Wertschöpfung und damit verbunden auch entsprechende Arbeitsplätze aus der Region statt, die aufgrund des fehlenden Infrastrukturangebots „vor Ort“ nicht gebunden werden können. Je nach Ausrichtung und Ansiedlung der Umschlagsanlage könnten bis zu 140 Arbeitsplätze entstehen.

Zusätzlich würde auch die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Transport- und Logistikdienstleister in der Region gestärkt. Damit gingen Vorteile bei der Vermarktung von Industrie- und Gewerbeflächen einher.
Allerdings wird aufgrund von Flächenengpässen in der Region nachdrücklich empfohlen, gezielt und detailliert nach geeigneten Standorten für eine solche Umschlagsanlage zu suchen und weitere Gespräche mit den Akteuren zu führen.

„Wir werden unsere Bemühungen um geeignete Flächen gemeinsam mit Kommunen und weiteren Akteuren fortsetzen“, erläutert Dr. Mehmet Sarikaya, Leiter des Planungsamtes des Rhein-Sieg-Kreises den aktuellen Sachstand.

Die Ergebnisse des Gutachtens liegen dem Planungs- und Verkehrsausschuss und dem Ausschuss für regionale Wirtschafts- und Strukturförderung des Rhein-Sieg-Kreises zur Entscheidung vor.

Dies ist eine Pressemitteilung des Rhein-Sieg-Kreis von Montag, 4. Februar 2013

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