Bundeswehr zur Anwerbung auch in Schulen im Rhein-Sieg Kreis?

Gerd Weisel (Stadtrat Hennef, DIE LINKE) und Christa Pfeiffer (Friedesaktivistin) vor der Hauptschule Hennef

Gerd Weisel (Stadtrat Hennef, DIE LINKE) und Christa Pfeiffer (Friedesaktivistin) vor der Hauptschule Hennef

„Das haben wir gar nicht gewusst,“ reagiert Heike B., angesprochen auf dieses hochbrisante Thema an einem Infostand der Linken vor einer Hennefer Schule. Sie hatte soeben ihren Falk pünktlich zum Unterricht gefahren.
Worum geht es?

Nordrhein Westfalen gehört zu den acht Bundesländern, die den Jugendoffizieren der Bundeswehr per Kooperationsvereinbarungen den Zutritt in unsere Schulen gewähren. Ziel des Bundeswehrpersonals in Schulklassen, ist die gezielte Rekrutierung, um den durch die Wehrpflichtaussetzung bedingten Personalausfall zu kompensieren. Nicht zuletzt bringen Profisoldaten auch den Vorteil mit, besonders kritikfrei gegenüber Vorgaben der Vorgesetzten zu agieren sowie an Auslandseinsätzen teilzunehmen. Und welcher Ort zur einseitigen Informationsstrategie kann geeigneter sein, als der Politikunterricht in vertrauter Umgebung mit den Mitschülern und vielleicht sogar dem beliebten Lehrer oder einer Lehrerin.
Ist die Bundeswehr ein konventioneller Arbeitgeber?
Darum geht’s. In keinem sonstigen Beruf geht es um Leben und Tod. Selbst in der Bundeswehr ist das schließlich ein Novum, wenn man einen Vergleich zu Zeiten des eisernen Vorhangs heran zieht. Die über 40-jährigen unter uns kennen die Bundeswehr noch als „Dauerweiterbildungsmaßnahme ohne Kriegsrisiko.“ Das hat sich jedoch gewaltig geändert. Und Auslandseinsätze sind leider gesellschaftsfähig geworden.

Die Friedensbewegung reagiert darauf
Bereits im Jahre 1976 wurde der Grundstein zur ausgleichenden Informationspflicht gelegt. Im so genannten „Beutelsbacher Konsens“ wurden die Bedingungen für politische Bildung festgelegt. Darauf beruft sich nun die Friedensbewegung. Denn: Wenn sich die Bundeswehr nun im Bildungsauftrag sieht, dürfen Friedensinitiativen das natürlich auch und haben somit den rechtlichen Anspruch einen Informationsausgleich zur Bundeswehr zu beanspruchen. Problematisch ist hierbei die Finanzierung. Immerhin hat das Land NRW gegen das Millionenbudget der Bundeswehr 30.000 Euro für ausgleichende Informationsgeber bereit gestellt.

Das letzte Wort haben Schulleiter und Eltern
Die Schulleiter entscheiden selbst, ob sie den Jugendoffizieren die Schultüren öffnen, oder nicht. Es gibt bereits deutschlandweit viele Schulen, die sich zur militärfreien Zone erklärt haben. Elterninitiativen haben erreicht, ohne jegliche Repressalien, ihre Kinder vom Unterricht mit Bundeswehrauftritt zu befreien. Insgesamt ist sicherlich festzustellen, dass das Anraten zu einem Dienst bei der Bundeswehr gegenüber Jugendlichen einer besonderen Verantwortung bedarf. „Alle Erziehungsberechtigten mögen sich aufgerufen fühlen, sich inhaltlich mit dieser Thematik besonders intensiv auseinander zu setzen“ bemerkt Tobias Aufgebauer, Sprecher der Linken im Rhein-Sieg Kreis.

(Tobias Aufgebauer)

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