Energiedilettantische Leidlinien

Stromzähler

Stromzähler, Bild by Andreas Morlok / pixelio.de

Als „energiedilettantische Leidlinien“ bezeichnet der Energieberater und Sachkundige Bürger der LINKEN im Kreistagsausschuss für Klima und Umwelt Raymund Schoen aus Siegburg das CDU-Papier vom Mai. Und dass es erst jetzt veröffentlicht werde, zeige, welche massiven inneren Widerstände es innerhalb der CDU selbst gegen diese wachsweiche und widerspruchsvolle Papier der aufstrebenden „Röttgenfraktion“ noch gegeben habe. Bei den CDU-internen Bremsern würde von der alten energiepolitischen Garde der 70er Jahre offenbar immer noch vom Schnellen Brüter und den Kernreaktoren der 4. Generation geträumt.

Sicher sei es ein Fortschritt, wenn überhaupt mal ein „ganzheitliches Energiekonzept“ mit Zielrichtung auf sparsame und möglichst erneuerbare Energien für den Rhein-Sieg-Kreis gefordert werde. (Mit 4 % regenerativer Energieerzeugung gehöre er zu den Schlusslichtern in NRW). Das könne aber beim besten Willen nur funktionieren, wenn das regionale Energiesparpotential von 50 % im Strombereich und 80 % im Gebäudewärmebereich auch politisch primär angegangen werde, und nicht erst an sechster Stelle genannt werde.

Der von der CDU vorgeschlagene freiwillige Energiespartag sei so eine Alibiveranstaltung und ungefähr so effizient wie ein Autofreier Siegtaltag pro Jahr gegen die Abgase des MIV (Motorisierten Individual-Verkehr) und 200.000 Autos im Rhein-Sieg-Kreis, oder wie das freiwillige Sicherheitsgurtanlagen von Ex-CSU-Chef Zimmermann in den 70er Jahren. Er zeige nur die Hilflosigkeit der CDU, mit der Materie kompetent umzugehen.

Würde man Energieverschwendung und -verbrauch im privaten und gewerblichen und industriellen Bereich unverändert lassen, könne man diesen unmäßigen Verbrauch nie umweltfreundlich regional und wirtschaftlich erzeugen. Dann wären RWE-Lösungen a la Troisdorf (11 Mio. EUR aus Troisdorf für RWE-Windkraftanlagen in Schottland) die sündhaft teure und mäßig effiziente Lösung. Und das Kapital, das in der eigenen Region investiert werden könnte, wäre weg.

Gleichzeitig liegen der LINKEN Informationen vor, dass große Stadtwerke aus NRW händeringend nach Windkraftstandorten suchen. Warum nicht im Rhein-Sieg-Kreis? Gerade den Haushalten der industriearmen Höhen- und Rheintal-Gemeinden könnten Windkraftanlagen mit 20 bis 40 TSD € Pacht im Jahr auf städtischen Grundstücken (und rund 6 TSD Gewerbesteuer nach 6 Jahren Abschreibung) sehr hilfreich unter die Arme greifen. Und mit diesen Stadtwerken dann eigene Netze zu entwickeln und Energie zu erzeugen, das würde tatsächlich eine Energiewende bedeuten; nicht jetzt schon dem Strom-Monopolisten RWE lakaienhaft hinterherlaufen. Oder wirken sich hier schon die 160.000 € Aufsichtsratstantiemen von LR Kühn im Kreishaushalt schon in Richtung auf vorauseilenden Gehorsam aus?

Im Energiekonzept der CDU vom Mai steht übrigens kein Wort von RWE! Wer hat denn das jetzt nachträglich in die Presseveröffentlichung „hineingeschmugggelt“? Das sollte die Kreis-CDU einmal intern klären. Sonst verliert sie das bisschen Glaubwürdigkeit, dass sie mit der Mai-Erklärung gewonnen hat, bis zum August schon wieder.

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