DIE LINKE. Much kritisiert den offenen Brief der Realschullehrer zur Informationsveranstaltung zum Thema Gemeinschaftsschule.

Gerd Binder und Özlem Alev Demirel - größer

Gerd Binder und Özlem Alev Demirel

DIE LINKE. Much kritisiert den offenen Brief der Realschullehrer zur Informationsveranstaltung zum Thema Gemeinschaftsschule.

Ende der vergangenen Woche erschienen in mehreren Zei­tungen ein „Offener Brief“  der Realschule Much. Das Kollegium versuchte in diesen Artikeln um Verständnis für ihr Verhalten zu werben, die Informationsgespräche über die geplante Gemeinschafts­schule Much/Ruppichteroth boy­kot­tieren zu müssen.

Der Sprecher der Linken in Much Martin Eckhardt dazu: „Totalverweigerung ist kein guter Ratgeber. Im Politik­unter­richt werden den Schü­lerInnen immer ver­schiedene Mei­nungen vor­ge­stellt, damit sie ihre eigene Mei­nung bilden kön­nen. Die Realschullehrer sind hiermit für unsere Kinder kein gutes Beispiel, wenn sie sich dem demokratischen Prozess verweigern.“

Der Mucher Gemeinde­ver­treter Gerd Binder ergänzt: „Wenn die Lehrer der Realschule so gute Argumente haben, warum wollen sie uns davon nicht überzeugen? Auf Landesebene hat der Realschullehrerverband Lehrer NRW ebenfalls mit Total­ver­wei­gerung die Bildungs­kon­ferenz der Landesregierung brüs­kiert. Am Ende waren sie aber selber die Verlierer. Lassen wir es nicht zu, dass am Ende die Lehrerinnen und Lehrer sowie die SchülerInnen und Eltern unserer Realschule durch einzelne Ego­ismen zu Verlierern werden.“

Weiter führt die Sprecherin der Linken in Much Eveliene Beinersdorf aus: „Wir stellen nicht die gute Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer in der Realschule infrage. Es geht vielmehr um einen gesell­schaftlichen Diskurs über die Weiterentwicklung der Bil­dung in Much. Daher gehen die meisten angeführten so genannten ‚Gründe‘ am Thema vorbei. Die Aussage: ‚Das gemeinsame Lernen in der Orientierungsstufe ist schon in mehreren Modellversuchen gescheitert.‘ ist eine Aussage ohne Wert. Ob Bundesländer wie Niedersachsen diesen Weg wieder rückgängig machen wollen, ist irrelevant, da in NRW sich alle Verbände und Organisationen der Bildungs­landschaft auf ein längeres gemeinsames Lernen an­läss­lich der Bildungskonferenz ge­einigt haben. Hier wird Qualität mit Ideologie ver­wechselt.“

Aus Ruppichteroth empört sich der Gemeindevertreter Frank Kemper: „Wer so mit Des­information und Falsch­infor­mationen agiert wie in dem offenen Brief und sich einfachsten demokratischen Ge­pflogenheiten verweigert, han­delt genauso wie jemand, der seine Schüler, die Eltern und das Kollegium bei Wahlen zum Nicht-Wählen auffordern würde. Nämlich undemo­kratisch, eigensinnig und eng­stirnig.“

Wir meinen also: das Verhalten des Zirkels rund um den Realschulrektor ist in­akzeptabel. Eine Informations­veranstaltung zu boykottieren ist absolut kontraproduktiv. Wie kann ich gegen etwas sein, wenn ich die Infos zum Thema nicht habe (haben will)? Hier werden nur persönliche Eitelkeiten be­frie­digt, der Blick auf das Wohl­ergehen der Kinder findet leider nicht statt. Much hat in der Tat eine sehr gute Real­schule und ebenfalls eine sehr gute Hauptschule. Beide Schulen stehen schon heute räumlich zusammen – ein Zu­sammenwachsen der beiden Schulen wäre weder logistisch noch fachlich ein wirkliches Problem – im Gegenteil, eine zusätzliche gymnasiale Ober­stufe wäre möglich und die Kinder müssten nicht mehr in Nachbarorte pendeln. Much würde zusätzlich an Attrak­tivität gewinnen! Auch die Elternbefragung lief positiv pro Gemeinschaftsschule. Aber eine kleine Gruppe versucht nun massiv Stimmung für eine antiquierte Schulform zu machen und die BürgerInnen zu verunsichern. Ein unwürdiges Schauspiel!

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