Die Linke bringt Antrag zur Gründung einer Energieagentur in den Kreistag des Rhein-Sieg Kreis ein.

Stromzähler

Stromzähler, Bild by Andreas Morlok / pixelio.de

Auf der gestrigen Sitzung des Kreistagsausschusses für Umwelt und Klimaschutz hat die Kreistagsgruppe DIE LINKE den Antrag eingebracht, möglichst zusammen mit der Stadt Bonn, eine regionale Agentur für Energie und Klimaschutz einzurichten. Der Punkt solle auch auf einer geplanten Sitzung mit dem Umweltausschuss der Stadt Bonn im Sommer angesprochen werden.

Eine solche Agentur solle die verschiedenen Handlungsfelder und Akteure des Klimaschutzes und der Energienutzung und -erzeugung vernetzen und den kommunalen Klimaschutz, aber auch die lokale Wirtschaft, stärken.

Raymund Schoen, Energieberater und Sachkundiger Bürger im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz:

Vom Energiesparen über kommunale und private Eigenstromerzeugung regenerativer, aber auch konventionellerer Technologien wie Mikro- und Mini-BHKW, bis zum möglichen Rückkauf von Strom- und Gasnetze stecken noch riesige ungenutzte Potentiale zum Klimaschutz und zur Stärkung der lokalen Wirtschaft im Rhein-Sieg-Kreis. Jährlich fließen rund 1 Milliarde EUR aus dem Landkreis und rund 500 Millionen aus der Stadt Bonn für den Einkauf von Fremdenergien für Heizung und Kraft (Strom) aus der Region ab, und beglücken, z.B., die 75 % nicht kommunaler Aktionäre des RWE.“

Bonn biete mit seinen Stadtwerken und eigener Stromerzeugung schon einen Ansatz dagegen, im Ganzen sei die Problematik aber noch kaum wahrgenommen und als Aufgabe verstanden worden.

Die in den nächsten Jahren auslaufenden Dutzenden von Gas- und Strom-Konzessionsverträge in der Region böten eine enorme Möglichkeit für die BürgerInnen, Politik und Wirtschaft, wieder „Herr im eigenen Haus“ zu werden. Mitte Juli wird DIE LINKE auf einer kommunalen Informationsveranstaltung in Siegburg dazu Wege und Erfahrungen aufzeigen.

In vielen regionalen Energieagenturen (Freiburg, Kassel, Allgäu, Hannover…) werden die dazu notwendigen Partner und Aktivitäten aber schon seit Jahren zusammengefasst und angekurbelt. So schaffen es Regionen ihren Energieverbrauch damit nachhaltig zu senken, eigene Strom- und Gaserzeugung aufzubauen und die lokale Wirtschaft zu stärken (lokales Kapital halten, binden, vermehren; Fördermittel effizient hereinholen). Dass im Rhein-Sieg-Kreis, der als politisches Ziel eine regenerative Energieerzeugung ausgegeben hat, bis heute nur ca. 2 % regenerative Energie erzeugt werde, ist im übrigen schon ein Armutszeugnis. (Landesschnitt: 8%).

Im übrigen müssten die vorhandenen Ansätze, nicht zuletzt unter dem Eindruck von Fukishima und dem ja jetzt selbst mit Teilen der CDU möglichen Atomenergieausstieg, deutlich intensiviert werden. Es sei mehr als unbefriedigend, wenn Vorstöße zur lokalen Energieerzeugung (BHKW-Standorte im Kreis) nach zwei Jahren immer noch in der Planungsphase seien. Die Linke sieht mit der regionalen, eigenen Energieagentur auch für solche Fragen schnellere Verwirklichungsmöglichkeiten.

Das klassische Gegenargument, eine solche Institution koste wieder nur Geld, ziehe nach Michael Otter, Kreistagsabgeordneter der LINKEN, im übrigen nicht: „Die meisten dieser Institutionen tragen sich nach einer Anlauffinanzierung weitgehend selbst; und allein schon der Nutzen der nicht abgeflossenen Strom- und Gasgebühren würde sich über Jahre auf Milliarden EUR für alle Einwohner und die Wirtschaft im Kreis belaufen.„

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