Förderung von Ferien- und Freizeitmaßnahmen: LVR mit Alibi-Beschluss

Die LINKE in der Landschaftsversammlung Rheinland wendet sich gegen die  drastische Kürzung der Fördergelder für Ferien und Freizeiten von Menschen mit Behinderung.

Bisher bekamen die Bewohnerinnen und Bewohner von Wohneinrichtungen freier Träger und der eigenen LVR Einrichtungen eine Förderung für Ferien- und Freizeitmaßnahmen. Die Förderung durch den LVR hat vielen der Bewohnerinnen und Bewohner überhaupt erst die Teilnahme an einer Ferienfreizeit ermöglicht. Für die betroffenen Menschen war diese Freizeit oft die einzige Gelegenheit, einmal im Jahr etwas anderes zu sehen, sich freier zu fühlen und sich zu entspannen. Einen Urlaub können sie sich mit den geringen Einnahmen aus der Arbeit in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen nicht leisten.

Mit dem Haushalt 2011 wollte die Verwaltung des LVR im Zuge von „Konsolidierungsmaßnahmen“ die Förderung zunächst komplett streichen. Die zynische Begründung: Menschen mit Behinderung, die ambulant wohnen, würden diese Förderung ja auch nicht bekommen.

Was nun aber von der Mehrheit der Politik, gegen die Stimmen der Linken,  beschlossen wurde, ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Zwar haben nun alle Menschen mit Behinderungen, egal ob sie eigenständig oder stationär wohnen, Anspruch auf eine Förderung ihres Urlaubes. Doch die Leistungen sind kläglich. Denn durch die  Kürzung der Mittel, verringert sich der Zuschuss pro Einzelperson auf einen Betrag von unter 20 Euro pro Person und Tag. Das ist so wenig, dass viele Menschen mit Behinderungen, die in den Heimen des LVR wohnen, sich keinen Urlaub mehr leisten können. Aber auch für Menschen in anderen Einrichtungen der Behindertenunterstützung fehlt Geld.

Die Bewohnerinnen- und Bewohnerbeiräte des LVR-HPH-Netz West kritisieren, dass bei dem zukünftig geringen Zuschuss für eine Ferienmaßnahme der größte Teil der Kosten selbst angespart werden müsse. Denn die LVR-HPH-Netze erhalten als kommunale Einrichtungen keine Spenden für Ferienmaßnahmen, anders als Institutionen wie etwa die Lebenshilfe. Für Urlaub fehlen daher ab nächstem Jahr vielen im LVR-HPH-Netz West lebenden Menschen die finanziellen Mittel.

Auch die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstellen für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Angehörigen (KoKoBe) reagieren verständnislos. Mit den Freizeitgeldern für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung sowie mit psychischen Erkrankungen wurde die in der UN-Behindertenrechtskonvention geforderte Inklusion zu geringem finanziellem Aufwand gefördert. Im Fitnesscenter, beim Fußballspiel des Lieblingsvereins im Stadion oder im VHS-Kurs war Teilhabe möglich und die Begegnung von behinderten und nichtbehinderten Menschen selbstverständlich. Mit den nun auf rund 50 € pro Person und Jahr gekürzten Freizeitgeldern können die dafür nötigen Kursgebühren oder Jahresmitgliedsbeiträge nicht mehr bezahlt werden.

Die Förderung von Ferien und Freizeiten hatte sich bewährt. Mit ihrer Hilfe wurden die Maßnahmen sehr gut angenommen, die Angebote waren oft ausgebucht. Für viele der Bewohnerinnen und Bewohner waren die geförderten Unternehmungen die einzige Möglichkeit, aus dem Alltag der Gruppe bzw. auch der Werkstatt für behinderte Menschen heraus und in die Gesellschaft zu kommen.

DIE LINKE im LVR fordert daher eine ausreichende, dauerhafte und verlässliche Unterstützung der Ferien und Freizeiten aller Menschen mit Behinderungen im Bereich des LVR.

Kontakt: Ulrike Detjen, Tel.: 0170/5833050

http://www.linksfraktion-lvr.de/

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 15.000 Beschäftigten für die etwa 9,6 Millionen Menschen im Rheinland.

Der LVR erfüllt rheinlandweit Aufgaben in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und der Kultur. Er ist der größte Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen in Deutschland, betreibt 41 Förderschulen, zehn Kliniken und drei Netze Heilpädagogischer Hilfen sowie elf Museen und vielfältige Kultureinrichtungen. Er engagiert sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen.

Der LVR lässt sich dabei von seinem Motto „Qualität für Menschen“ leiten. Die 13 kreisfreien Städte, 12 Kreise und die StädteRegion Aachen im Rheinland sind die Mitgliedskörperschaften. Sie tragen und finanzieren den LVR, dessen Arbeit von der Landschaftsversammlung Rheinland mit 128 Mitgliedern aus den rheinischen Kommunen gestaltet wird.

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