Die Linke Ruppichteroth beantragt die Erstellung eines Katasters für mögliche Standorte von Pumpspeicherwerken

 

Die Fallwasserrohre des Wendefurther Pumpspeicherwerks an der Wendefurther Talsperre im Harz

Pumpspeicherwerk Wendefurther Talsperre, Bild by Marian Szengel/Wikipedia.de

Dazu Frank Kemper, Gemeindevertreter Die Linke: „Schnell raus aus der Atomkraft wollen mittlerweile alle Parteien. Dazu fehlt es aber an geeigneter Infrastruktur. Dieser Antrag ist ein wichtiger Schritt dahin, diese zu schaffen. Nur mit Pumpspeicherwerken kann der Ausstieg gelingen, weil diese den Nachteil der nicht grundlastfähigen Alternativenergien aufheben.
Weiter gilt zu betonen das sich im Zuge der Diskussion der Stromnetzübernahme durch die Gemeinde Ruppichteroth hier erhebliche Möglichkeiten eröffnen.“

 

Dabei ist nicht an so große Anlagen gedacht wie wir Sie aus den Alpen kennen. Vielmehr wird in kleineren Dimensionen gedacht, wie es im Zuge der Dezentralisierung der Energieversorgung Sinn macht.

Der Antrag im Wortlaut:
Erstellung eines Katasters für geeignete Standorte von Pumpspeicherwerken

Der Rat der Gemeinde Ruppichteroth möge beschließen:

Die Verwaltung wird angewiesen ein Kataster, für Flächen die sich zur Errichtung von Pumpspeicherwerken eignen, zu erstellen. Hierfür wird die Verwaltung ermächtigt externe Berater einzuschalten.

Begründung: Nach Fukushima besteht große gesellschaftliche Einigung darüber, dass die Energieversorgung zukünftig ohne Atomkraft erfolgen soll.

Hierfür fehlen derzeit jedoch wesentliche Voraussetzungen. Eine davon ist die Möglichkeit große Mengen von Strom zu speichern da die nachhaltige Stromerzeugung in der Regel nicht Grundlastfähig ist.

Ohne den Ausbau von Stromspeichertechnik ist der Atomausstieg nicht möglich.

Die Speicherung von großen Strommengen erfolgt nach dem derzeitigen Stand der Technik vorzugsweise durch Pumpspeicherwerke. Hier wird vereinfacht gesagt in Zeiten der Energieüberproduktion Wasser ein Gefälle hinauf gepumpt. Soll die Energie wieder  abgerufen werden so läuft das Wasser das Gefälle wieder hinab und treibt dabei Strom erzeugende Turbinen an.
Die grundlegenden Voraussetzungen für Pumpspeicherwerke, nämlich Wasser und Gefälle finden sich an vielen Stellen unserer Gemeinde. Auch in stillgelegten Bergwerksstollen wurden diese schon errichtet.
Wenn wir also einen Beitrag, abseits von Sonntagsreden und Demonstrationen, zum Ausstieg aus der Kernenergie leisten wollen ist es sinnvoll zu untersuchen ob es in der Gemeinde Standorte gibt die zur Errichtung von Pumpspeicherwerken geeignet wären.

Daneben gilt es zu beachten, dass Pumpspeicherwerke Arbeitsplätze schaffen und Gewerbesteuer generieren. Ganz besonders interessant aber wären Pumpspeicherwerke in kommunaler Hand. Sollte sich die Kommune dazu entschließen, das Stromnetz zu übernehmen und Strom selber anzubieten, ließe der sich zu Zeiten günstiger Preise kaufen, speichern und später zu höheren Preisen verkaufen. Vereinfacht gesagt: nachts kaufen – tags verkaufen

Im Übrigen: Pumpspeicherwerke, die vor 2019 in Deutschland in Betrieb gehen, sind zehn Jahre vom Netznutzungsentgeld befreit. (Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus der Höchst-spannungsnetze, August 2009).

Das aber sind Zukunftsszenarien, welche unabhängig vom hier gestellten Antrag nur zur Verdeutlichung des Potenzials genannt werden.

Der Antrag selber zielt ja zunächst nur darauf ab, ein entsprechendes Kataster zu erstellen, um in Erfahrung zu bringen, ob auf dem Gemeindegebiet entsprechende Flächen vorhanden sind. Sollte dies bejaht werden, so wäre die Entscheidung darüber ob, wie und von wem die Möglichkeiten genutzt werden, auf Basis des Katasters zu treffen.

Antrag Kataster Pumpspeicherwerke
Und hier geht es zu weiterführenden Infos bei Wikipedia zum Thema

Frank Kemper, Gemeindevertreter Die Linke, OV Ruppichteroth

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