Presseinformation der Kreisverwaltung zum Zensus 2011

Zensus, Mitarbeiter des Rhein-Sieg Kreis

Zensus, Mitarbeiter des Rhein-Sieg Kreis

Hier eine ungeänderte Pressemitteilung des Rhein-Sieg Kreis zum Zensus 2011.(Pressemitteilung von Freitag, 5. November 2010, Rhein-Sieg-Kreis):

Deutschland macht Inventur
Der Rhein-Sieg-Kreis bereitet sich auf den Zensus 2011 vor

Rhein-Sieg-Kreis (kl) –Deutschland macht Inventur und auch die Verwaltung des Rhein-Sieg-Kreises bereitet sich auf den Zensus 2011 vor. Denn Deutschland benötigt eine neue Volkszählung, da die vorhandenen Bevölkerungs- und Wohnungsdaten dringend aktualisiert werden müssen. Dafür wurde beim Rhein-Sieg-Kreis eigens die Örtliche Erhebungsstelle Zensus 2011 eingerichtet. Kreisdirektorin Annerose Heinze und Personaldezernent Bernd Carl stellten gestern (04.11.) die Leiterin der neuen Stabstelle, Helga Kramer, sowie ihre Stellvertreterin Inga Schmitz vor.

„Mit dem Zensus 2011 kommt eine wichtige und interessante Aufgabe auf uns zu, die es organisatorisch zu meistern gilt“, sagte Kreisdirektorin Annerose Heinze, der die Stabstelle direkt zugeordnet ist. „Wir wissen allerdings aus der eigenen Planungsarbeit für den Kreis, wie notwendig verlässliche Daten und Zahlen sind. Daher sehen wir es als eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen“.

Zur Erläuterung, warum der Zensus 2011 erforderlich ist, heißt es auf der offiziellen Internetseite www.zensus2011.de: „Im Grunde funktionieren die politischen Entscheidungen für Deutschland so ähnlich wie die Entscheidungen in einem privaten Haushalt: Der Überblick muss behalten werden, sonst kauft man schnell zu viel, zu wenig oder etwas Falsches ein. Die Ergebnisse des Zensus 2011 werden die Basisdaten für vielfältige Analysen liefern, die wiederum die Grundlage für viele Entscheidungen bei der Infrastrukturplanung darstellen: So ist es zum Beispiel wichtig, genau zu wissen, ob eher Kindergartenplätze, Schulen oder Altenheime benötigt werden. Dazu braucht man aktuelle und verlässliche Daten. Doch die Daten, die in Deutschland zur Verfügung stehen, sind nicht aktuell.“

Der Zensus 2011 verfolgt zwei wichtige Ziele: Zum Stichtag 9. Mai 2011 sollen die amtlichen Einwohnerzahlen aktuell festgestellt werden und es sollen Informationen zum Wohnraum, zur Bildung und zum Erwerbsleben gewonnen werden. Anders als bei einer traditionellen Volkszählung werden dabei jedoch nicht alle 80 Millionen Einwohner Deutschlands befragt. Die meisten Daten kommen aus vorhandenen Registern wie beispielsweise den Melderegistern der Kommunen. Diese Daten werden durch Befragungen ergänzt.

Es gibt drei Arten von Befragungen: Bei den so genannten Haushaltebefragungen wird
in Kommunen mit 10.000 und mehr Einwohnern etwa jede zehnte Person an über ein Zufallsverfahren ausgewählten Anschriften interviewt. Die Gebäude- und Wohnungszählung richtet sich an Eigentümer von Wohnraum. Weil es hierfür kein Register gibt, weiß man über Alter und Größe von Wohnhäusern ebenso wenig wie über die Menge an Wohnraum und wie er genutzt wird. Doch das ist wichtig – zum Beispiel wenn es um die Planung der Programme für die Städtebauförderung geht.
Ebenfalls gezählt werden die Personen die an so genannten Sonderanschriften leben. Gemeint sind hier alle Arten von Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften. Da hier Umzüge und Wohnungswechsel an der Tagesordnung sind, sind die Fehlraten in den Melderegistern hier besonders hoch, Um den teilweise besonderen Schutzbedürfnissen der dort lebenden Menschen gerecht zu werden, gelten bei dieser Befragung besonders strenge Regelungen.

Bei allen Befragungen ist der Datenschutz oberstes Gebot. Die abgefragten Daten und auch die Daten aus den Registern werden in abgeschotteten Bereich gesammelt. Im Kreishaus wurde hierfür eigens ein eigener Bereich entsprechend hergerichtet. Das so genannte „Rückspielverbot“ besagt darüber hinaus, dass die Daten der vorhandenen Register nicht mit den Befragungsergebnissen abgeglichen werden dürfen. „Wird bei der Befragung beispielsweise festgestellt, dass eine Person in einer Gemeinde wohnt ohne dort gemeldet zu sein, darf dies nicht an die Gemeinde weitergegeben werden“, bestätigte Inga Schmitz.

Der Rhein-Sieg-Kreis zählt auf Grund seine Größe (rund 600.000 Einwohner) und seiner unterschiedlichen Struktur (ländlich – städtisch geprägte Bereiche) zu den Kreisen, in dem die meisten Befragungen durchgeführt werden müssen. Dafür benötigt die Erhebungsstelle rund 900 Personen, die gegen eine Bezahlung als Erhebungsbeauftragte die Befragungen durchführen. „Hierfür suchen wir dringend noch Freiwillige, die sich gerne bei uns melden können“, bat Helga Kramer um Unterstützung. Geeignet hierfür sind von Schülern ab 18 Jahren über Studenten bis hin zu Rentnern und Pensionären alle, die kontaktfreudig und zuverlässig sind und sich nicht vor „Papierkram“ scheuen. Bei der Suche nach Erhebungsbeauftragten spielen auch die Städte und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises eine wichtige Rolle, die die Örtliche Erhebungsstelle hier unterstützen.

Für die Gebäude- und Wohnungszählung sind im Rhein-Sieg-Kreis alle 252.578 Anschriften zu befragen. Im Gegensatz hierzu ist die Haushaltsbefragung mit 75.535 Personen eine Stichprobe. Bei der Befragung der Sonderanschriften werden voraussichtlich 113 sensible Bereiche (darunter fallen Obdachlosenunterkünfte und Justizvollzugsanstalten) und 11.075 Bewohner in nicht sensiblen Einrichtungen (z.B. Studentenwohnheime und Senioreneinrichtungen) befragt. Alle Einwohner sind verpflichtet, den Erhebungsbeauftragten des Zensus 2011 Auskunft zu geben. Lediglich Angaben über Religion, Glaubensrichtung oder Weltanschauung sind freiwillig.

Die Stabstelle „Örtliche Erhebungsstelle Zensus 2011“ hat zum 1. Oktober dieses Jahres ihre Arbeit aufgenommen. Sie wird, abhängig vom Arbeitsaufwand, mit bis zu zehn Mitarbeitern der Kreisverwaltung besetzt werden. „Die Kosten für den Zensus 2011 betragen im Rhein-Sieg-Kreis voraussichtlich rund 1,5 Millionen Euro“, erläutert Personaldezernent Bernd Carl. „Die Kostenerstattung durch das Land ist noch nicht geklärt“.

Weiter Informationen über den Zensus 2011 sowie Musterfragebögen mit Beispielen zu den gestellten Fragen gibt es auf der Internetseite www.Zensus2011.de. Interessenten, die als Erhebungsbeauftragte tätig werden möchten können sich wenden an Helga.kramer@rhein-sieg-Kreis.de.

Zusatzinfo (Quelle: www.zensus2011.de)

Die letzte vollständige Erhebung für das frühere Bundesgebiet fand 1987 statt, in der DDR gab es 1981 eine Volkszählung. Seitdem behilft man sich bei der Ermittlung der aktuellen amtlichen Einwohnerzahl mit einem statistischen Verfahren, der sogenannten Bevölkerungsfortschreibung. Doch dieses Verfahren wird umso ungenauer, je älter die grundlegenden Daten sind. Und seit den letzten Volkszählungen ist viel passiert: der Mauerfall, der Umzug vieler Menschen von Ost nach West, eine rasant fortschreitende europäische Integration.

Schon bei der vergangenen Volkszählung 1987 hat sich gezeigt, wie sehr die errechneten Daten von der Realität abweichen können: Weil die Datengrundlage damals auf eine Zählung im Jahr 1970 zurückging, musste die Zahl der Wohnungen deutlich korrigiert werden. Im früheren Bundesgebiet gab es eine Million Wohnungen weniger als errechnet. Das sind mehr Wohnungen, als der gesamte Wohnungsbestand von Schleswig-Holstein im Jahre 1987 umfasste.

Derzeitig wird die Bevölkerungszahl Deutschlands insgesamt wahrscheinlich um ca. 1,3 Millionen Menschen überzeichnet. Das hat von Region zu Region unterschiedliche Auswirkungen: Einige Städte haben eine stärker überhöhte Einwohnerzahl als andere. Dies hat beispielsweise große Folgen für die Verteilung von Steuermitteln, die sich nach der Einwohnerzahl richtet.

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